Wie können wir Femizide vermeiden?

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Eine tote Frau jeden dritten Tag in Deutschland.  Weltweit alle 11 Minuten.  Jeden Tag ein versuchter Mord an einer Frau.

Eine erschreckende Statistik, die in keinster Weise mit unseren demokratischen Werten von Freiheit und Gleichberechtigung zu vereinbaren sind.

Mit ihrem Antrag hat die CDU ein ganz wichtiges Thema für die heutige Plenarsitzung aufgegriffen: die Tötung von Frauen – weil sie Frauen sind. Femizide. Warum? Weil es immer noch ein Machtungleichgewicht zwischen den Geschlechtern gibt, dass Männern den Eindruck vermittelt, dass sie über Frauen stehen mit Macht- oder Besitzansprüchen.

Die Täter sind häufig aus dem engen Personenkreis des Opfers: der Ex-Partner, der Lebensgefährte, der Vater oder der Bruder.  Die Täter können in aller Regel den Emanzipationsprozess der Frau nicht ertragen - eine starke unabhängige Frau passt nicht in ihr patriarchalisches Weltbild von Kontrolle und Besitz. Es ist wichtig, dass wir dieses Problem der toxischen Männlichkeit klar benennen und in der Gesellschaft sichtbar machen. Femizide sind und bleiben ein strukturelles und gesamtgesellschaftliches Problem.

Aus 2021 ist bekannt, dass 143.000 Frauen in Deutschland bereits mindestens einmal in ihrem Leben psychische oder physische Gewalt in der Partnerschaft ausgesetzt waren.
Körperverletzungen und sexuelle Gewalt finden gezielt geschlechtsspezifisch gegen Frauen statt. Femizide sind die extremste Form von geschlechts-spezifischer Gewalt. Schaut man sich die Summe der Körperverletzungen in den Landkreisen von 2010 bis 2021 an, so hat sie sich in einigen Landkreisen mehr als vervierfacht.

Wie können Femizide aber verhindert werden? Aufklärung, Schutz und Prävention.

Eine Frau in einer gewalttätigen Beziehung, die keine Hilfe und keinen Schutz für sich sieht, bleibt zumeist nur aus Angst und Ausweglosigkeit in der Beziehung. Daher wollen wir noch dieses Jahr die aktuelle Verwaltungsvorschrift zur Förderung von Frauen- und Kinderhäusern überarbeiten und verbessern.

Gleichzeitig gilt: Gesellschaftliche Veränderung funktioniert nur, wenn alle am selben Strang ziehen und dazu brauchen wir Schutz- und Präventionsprogramme.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Angebote für Gewalttäter zur Verbesserung von Kommunikation, Konfliktfähigkeit, sozialer und emotionaler Kompetenz.  Noch immer sprechen Medien von „Familien Tragödie“, „Ehrenmord“ oder „Eifersuchtsdrama“, wenn eine Frau kaltblütig von ihrem Partner ermordet wurde.  Das klingt eher verharmlosend, rechtfertigend, strafmindernd.
Hier brauchen wir jetzt ein neues gesellschaftliches und politisches Denken und Handeln – gerade im Kontext Sexismus.

Die Bundesregierung empfiehlt bereits in ihrem Entwurf, zum Strafgesetzbuch die entsprechenden Paragraphen zu reformieren, mit dem Ziel, geschlechtsspezifische Beweggründe zu verankern. Femizide müssen schuld- und tatangemessen bestraft werden.

Was bedeutet das für uns? 
Femizide erkennen, erfassen und beenden.