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Cindy
Holmberg

Stellvertretende Fraktionsvorsitzende; AK-Mitglied Verkehr; AK-Mitglied Ernährung, Ländlicher Raum und Verbraucherschutz

Wahlkreis Hechingen-Münsingen

Mein Wahlkreis…

…hat Unternehmen mit weltweiter Bedeutung. Unzählige ebenso traditionsreiche wie leistungsstarke Handwerks- und Mittelstandsbetriebe. Bäuerliche Landwirtschaft für Lebensmittel, die diesen Namen noch verdienen, unverzichtbar auch für die Pflege und Vielfalt unserer Natur. Das Biosphärengebiet als Magnet für Gäste und Fremdenverkehr wie auch zum Nutzen von Klima- und Naturschutz. Florierender Wirtschaftsstandort mit modernen Ausbildungs- und Arbeitsplätzen. Lebensqualität für alle Generationen. Unsere liebens- und lebenswerten Dörfer, vertraute Heimat in unserer großartigen Landschaft – die Schwäbische Alb von ihrer allerbesten Seite.

Meine Leidenschaft

Die Regionalstadtbahn ist mir ein ganz besonderes Anliegen, für das ich mich seit Jahren einsetze. Sie ist deshalb wichtig, weil sie den Landkreis verbindet. Sie schweißt zusammen, was zusammen gehört. Das Radwegenetzkonzept des Landkreis Reutlingen muss weiter fortgeschrieben werden und auch über die Kreisgrenzen hinweg geplant werden. Für die Schließung von Lücken im Radnetz an Landstraßen werde ich mich besonders stark machen. Aber auch im Bereich der erneuerbaren Energiewirtschaft, und in der Forschung und Entwicklung alternativer Antriebe sehe ich bei unseren zahlreichen hochinnovativen und flexiblen Firmen noch viel ungenutztes Potenzial.

Leider ist die Kinderbetreuung noch immer vor allem Frauensache. Daher setze ich mich für familiengerechte Kitas, Kindergärten und Schulen ein. Zum einen, weil es Frauen zu finanzieller Unabhängigkeit und Sicherheit, sowie beruflicher Verwirklichung und Freiräumen verhilft – zum anderen, weil es auch Männern leichter macht, Beruf und Familie zu vereinbaren. Um selbstständige Frauen zunehmend vor allem im ländlichen Raum zu unterstützen, trete ich für gezielte Förderprogramme und familienfreundliche Strukturen ein.

Meine Grundsätze: Unsere Heimat – ein Ort der Freiheit und Sicherheit, mit Mut und Herz gegen Hass und Hetze. Wo rechtsextremistische Gewalt gezielt eingesetzt wird und sich zunehmend systematisch organisiert, müssen wir ihr mit allen gesellschaftlichen und politischen, rechtlichen und polizeilichen Kräften Einhalt gebieten. Wir gehören zu den wohlhabendsten und sichersten Regionen Europas und der Welt. Wenn nicht wir ein soziales Miteinander leben können, wer dann? Eine solidarische Gesellschaft ist barrierefrei, integrativ und vielfältig. Dazu gehört auch die Einbeziehung der Menschen in wichtige Entscheidungsprozesse – das heißt Motivation und reale Möglichkeiten zu Engagement und politischer Einflussnahme. Ich trete dafür ein, das Wahlalter generell auf 16 zu senken. Dann können Jugendliche verantwortlich zu einer Politik beitragen, die den berechtigten Interessen künftiger Generationen entspricht. Deshalb unterstütze ich die Grüne Jugend auch auf Landesebene. Dass es uns gelungen ist, eine Grüne Jugend in Metzingen für das Ermstal ins Leben zu rufen, finde ich großartig.

Mein politischer Kompass

Politisch denken, fühlen und handeln, Geborgenheit in der Familie, Heimatliebe und Naturverbundenheit – was mich seit meiner Kindheit in Metzingen prägt, bestimmt mein Leben bis heute, privat und politisch. Hier kenne und liebe ich Land und Leute. Hier bin ich als Referentin tätig, als Mutter in Vereinen und Schulen engagiert und seit über zehn Jahren kommunalpolitisch für unsere Region aktiv.

Ich bin 45 Jahre alt und lebe zusammen mit meinem Mann Sascha und unseren drei Kindern (20, 13,11) in einer glücklichen Partnerschaft und Familie.

Als Tochter wunderbarer Eltern wurde ich 1975 in Reutlingen geboren. Aufgewachsen bin in meinem Wahlkreis in Metzingen. Mein Vater war Officer der US Navy. Bis zu seinem frühen Tod gehörte das US Militär zu unserem Familienleben. Ebenso selbstverständlich war unsere Zugehörigkeit zur Friedens- und AntiAtomkraftbewegung. Unser Alltag war geprägt von tiefer Gläubigkeit und der Suche nach Gerechtigkeit - dabei war Martin Luther King unser Vorbild. Meine Mutter war Lehrerin, mit ihr und meiner Metzinger Oma lebte ich in unserem kirchlichen Umfeld; ich begleitete sie bei Altennachmittagen und besuchte die Kinderkirche. Meiner Familie verdanke ich, dass ich die sein kann, die ich sein möchte: Ich höre zu und bin offen für unterschiedliche Standpunkte. Mit Diplomatie gelingt es mir immer wieder, mich erfolgreich für Verständigung und Gerechtigkeit einzusetzen. So sehr sich die europäische und deutsche von der US-amerikanischen Kultur unterscheidet - ich kann beide genießen und fühle mich beiden zugehörig. Als Kind war ich in jeder freien Stunde draußen. Am liebsten am nahe gelegenen Bach, für den ich mit 12 Jahren eine Müllpatenschaft übernommen hatte. Die Natur genießen und für sie verantwortlich sein – bis heute ist mir das sehr wichtig. Ich organisierte mich selbst, schaffte mit dabei Freiräume und Selbstständigkeit – ob im Sportverein, beim Skifahren, in der Disco oder für Ferienjobs. Die schweren Erkrankungen meiner Eltern brachten auch in mein Leben Zäsuren. Während der Pflege meines Vaters als Teenager und später bei der Pflege meiner Mutter, konnte ich schnell feststellen, welche großen Anforderungen häuslische Pflege stellt und welchen Stellenwert Pflege haben kann. Diese Erfahrungen konnte ich bei der Organisation eines Pflegeheims in die Tat umsetzen. Ein mit mir erarbeitetes Pflegekonzept wurde als „Dienstleister des Jahres“ in Baden-Württemberg ausgezeichnet. In dieser Zeit lebte ich als alleinerziehende Mutter und habe erfahren, wie schwer es ist, damit zurecht zu kommen. Wenn ich mich für bedarfsgerechte Kinderbetreuung einsetze, für soziale Absicherung und Bildungschancen, dann weiß ich sehr genau, wovon ich spreche.

Dass ich zweisprachig aufgewachsen bin, hat mir während meiner Ausbildung als staatlich geprüfte Wirtschaftskorrespondentin in Englisch und Spanisch geholfen. Als Dolmetscherin und Lehrbeauftragte an der Reutlinger Fachhochschule für Technik beschäftigte ich mich zum ersten Mal mit NAFTA, einem Handelsabkommen zwischen den USA und Mexiko. Hier wurde mir klar, dass derartige Abkommen zwar großen Unternehmen viele Vorteile bringen, sie jedoch klimaverantwortliche Maßnahmen und eine naturgerechte Landwirtschaft behindern. Wie sehr die Globalisierung auf Kosten regionaler Betriebe und Arbeitsplätze gehen kann, wurde mir auch im Zollernalbkreis deutlich. Die Produktionsverlagerung vieler Textilunternehmen in Billiglohnländer brachte tiefe Einschnitte in das Sozialgefüge. Es dauerte Jahrzehnte, bis sich die Region zumindest einigermaßen davon erholte. Heute steht für mich fest: Eine humane, stabile Gesellschaft kann nur entstehen, wenn Ökonomie, Ökologie und soziale Gerechtigkeit Hand in Hand gehen.

Mitglied bei den Grünen bin ich seit 2002, kommunalpolitisch aktiv seit 2004 und bis 2009 auch als Gemeinderätin in Reutlingen und seither Mitglied im Regionalverband Neckar-Alb. Außerdem gehöre ich dem Zweckverband Regionalstadtbahn an, dessen Gründung ich vor 10 Jahren im Kreistag gefordert habe. Mit diesen Erfahrungen teile ich die Erkenntnis unseres Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, „Macht entsteht, wo sich genug Menschen hinter einer Idee zusammentun“.

Mit meinem Mann lebe ich eine liebevolle, faire Ehe. Beide kümmern wir uns um unsere Kinder, beide sind wir berufstätig und ehrenamtlich engagiert, alltägliche Aufgaben teilen wir. Und uns verbindet auch die Leidenschaft für Fußball, natürlich zuallererst für den VfB. Familienausflüge führen uns häufig ins Stadion; für die Cannstadter Kurve bin ich seit Jahren stolze Besitzerin einer Dauerkarte.

Als Abgeordnete in unserem Landtag kann ich einbringen, was ich eigentlich schon immer lebe: Die Übereinstimmung meiner Lebenseinstellung mit meinen politischen Zielen, meine Freude daran, Ideen und Überzeugungen in die Tat umzusetzen und zwar gemeinsam mit Gleichgesinnten.