Windkraft- und Solarenergieausbau auf der Überholspur
Lauf durch geplante EEG-Novelle erschwert
Der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg schreitet deutlich voran. Während im Jahr 2025 insgesamt 40 Windräder ans Netz gingen, sind im laufenden Jahr allein bis Juli bereits 33 Anlagen neu zugeschaltet worden. Mit einer bisher genehmigten Leistung von 480 Megawatt (MW) steuert das Land auf einen Allzeitrekord zu und dürfte den Ende 2025 erreichten Wert von 660 MW bald übertreffen, wie aus einem Antwortschreiben des zuständigen Umweltministeriums hervorgeht.
Angesichts von Waldbränden, Wasserknappheit und Stromrationierungen betont Fraktionschef Andreas Schwarz die Notwendigkeit von entschlossenem Handeln:
„Was wir jetzt brauchen ist Klimaschutz und keine fossilen Phantasien. Gleichzeitig profitieren Klima und Wirtschaft gleichermaßen: Verlässliche, günstige und klimaneutrale Energie ist längst ein handfester Standortvorteil und die beste Wirtschaftspolitik in Zeiten von gestörter Infrastruktur und Kriegen.“
Laut Umweltministerium sind Ende Juni 2026 insgesamt 1.771 Windräder mit einer kumulierten Leistung von 11.005 MW in verschiedenen Projektphasen geplant. Von diesen Anlagen sind 234 mit zusammen 1.490 MW bereits genehmigt, aber noch nicht in Betrieb. Die Zahlen belegen, dass der Trend zum Ausbau der Windenergie aufrechterhalten wird. Dank der laufenden Projekte und den 850 bereits in Betrieb befindlichen Anlagen rückt das Ziel der Netto-Treibhausgasneutralität bis 2040 näher. Gemäß Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg werden hierfür bis 2030 rund 1.400 neue Windräder benötigt.
Dieser positive Trend hält allerdings nur an, solange Planungssicherheit gegeben ist. Aktuell schüttet die Bundesregierung beim Ausbau vor allem im Süden Sand ins Getriebe: Durch eine geplante Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) drohen die Ausgleichszahlungen für Windkraft-Betreiber im Rahmen des Netzanschlusspakets wegzufallen. Andreas Schwarz warnt vor den Konsequenzen:
„Das würde dem Ausbau der Windkraft spürbar den Wind aus den Segeln nehmen. Diese Unsicherheiten können wir uns nicht leisten, wenn wir Unabhängigkeit wollen. Der Bund muss sorgen, dass es mehr Ausbau im Süden gibt. Dafür gibt’s den Vorschlag der Süd-Quote oder die Notwendigkeit, den Netzausbau schneller voranzutreiben. Wenn der Süden gewinnt, profitiert die ganze deutsche Wirtschaft davon.“
Auch der Photovoltaik-Ausbau reißt nicht ab: Bis Mitte Juli 2026 sind bereits circa 851 Megawattpeak (MWp) neu installiert worden. Davon 600 MWp auf Gebäuden und 251 MWp auf Freiflächen.
Auch hier bemerkt Schwarz: „Abschreckung und wenig Anreize sind hinderlich für den PV-Ausbau. Wir müssen weiterhin die Dachfläche hochhalten, dafür brauchts klare Aussagen und angemessene Vergütung aus Berlin. Jede Anlage, die aufm Dach ist, spart Fläche. Das ist ein wichtiger Beitrag zum Umgang mit Fläche, die ja so kostbar ist.“