Agrarpolitik und Ernährung

"Klasse statt Masse" - Konsequenter Klimaschutz in Landwirtschaft, Waldwirtschaft und Ernährung

Dürren und Extremwetterereignisse wie auch der jüngst veröffentlichte Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme des Weltklimarats (IPCC) zeigen, wie eng Klimawandel und Landnutzung zusammenhängen. 
Wir nehmen daher diesen Bericht zum Anlass, um zu formulieren, welchen Beitrag die Landnutzung, die Waldwirtschaft sowie die Ernährungssysteme leisten müssen, um die Erderwärmung bis 2100 auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen (Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens). Dabei richten wir den Blick im Schwerpunkt auf Baden-Württemberg, formulieren aber ebenso Forderungen an Bund und EU.

Unser Wald ist ein riesiger Kohlenstoffspeicher. Um die Forstwirtschaft für den Klimawandel zu rüsten, ist es wichtig, den Wald nachhaltig zu bewirtschaften: Es geht darum, Holz dauerhaft zu verwenden und erst im letzten Schritt als Brennstoff zu nutzen. Holz ist für uns einer der Baustoffe von morgen: Daher geht unsere landesweite Holzbauoffensive in die richtige Richtung.
Viele Jahre ging intensive Landwirtschaft auf Kosten von Artenvielfalt und Klimaschutz – wir werden deshalb künftig Alternativen erproben, die gleichzeitig ein Einkommen für die Bäuerinnen und Bauern garantieren. 
Für die Tierhaltung gilt: Raus aus der industriellen Fleischproduktion, hin zu ‚Klasse statt Masse‘! Wir setzen uns ein für artgerechte Haltung auf der Weide und für Futter, das von heimischen Feldern und Wiesen stammt. Beim Ausbau des Ökolandbaus sind wir auf einem guten Weg. Seit Grün regiert haben wir die Bio-Fläche in Baden-Württemberg innerhalb von acht Jahren von sieben auf 14 Prozent verdoppelt und peilen bis 2030 die Vierzig an.

Wichtig ist uns: Wir brauchen unsere Bäuerinnen und Bauern und unsere Waldbesitzenden. Sie  stellen regionale Lebensmittel, nachwachsende Rohstoffe und Energie bereit und sorgen für artenreiche Landschaften, den Erhalt unserer Klimasenken und für lebendige ländliche Räume.

Außerdem nehmen wir das Thema Lebensmittelverschwendung in den Blick: Durch sensibleres Kaufverhalten und Konsum kann jeder einen Beitrag zu mehr Klimaschutz leisten. Wir fordern Agrarminister Hauk auf, gemeinsam mit den Akteuren die Herausforderungen bei der Lebensmittelverschwendung beherzter anzugehen, Ziele zu formulieren und Maßnahmen konsequent umzusetzen. Insbesondere in landeseigenen Kantinen und Mensen, aber auch darüber hinaus muss eine Verringerung der Lebensmittelverschwendung zur Chefsache werden.

Konsequenter Klimaschutz in Landwirtschaft, Waldwirtschaft und Ernährung – mit grünen Konzepten