Agrarpolitik und Ernährung

Gäubahn, E-Mobil-Carsharing, Container-Terminal für kombinierten Verkehr

Die diesjährige Frühjahrsklausur des Arbeitskreises Verkehr gemeinsam mit Verkehrsminister Winfried Hermann und Staatssekretärin Gisela Splett fand in und um Rottweil statt. Sie bot abwechslungsreiche Einblicke in unterschiedlichste Aspekte nachhaltiger Mobilität – sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene.

Zum Auftakt empfing der Rottweiler Bürgermeister Werner Guhl die Delegation der Landespolitiker und bat zum Eintrag ins Goldene Buch der ältesten Stadt Baden-Württembergs. Die im Anschluss besichtigte neue Mitte von Rottweil zeigt sehr deutlich, dass mit einer konsequenten Verkehrsberuhigung (Tempo 20) die Lebensqualität auch in einer historischen Altstadt deutlich gewinnen kann. Was Rottweil jetzt noch fehlt, ist der Lückenschluss des Neckartalradwegs durch einen Gewerbepark und ein enges Tal. Die Planungen der Stadt treffen bei den grünen Verkehrspolitikern auf großes Wohlwollen. „Sie haben bei mir offene Türen eingerannt“, so Minister Hermann. Er forderte die Stadt auf, einen genehmigungsfähigen Plan vorzulegen.

Dass es auch im ländlichen Raum grüne Hochburgen und ein starkes Interesse an nachhaltiger Verkehrspolitik gibt, machte der Bürgerdialog in Rottweil-Zepfenhan mehr als deutlich. Vor 150 BürgerInnen erläuterte Minister Hermann seine Politik nach dem Prinzip der fünf V: Verkehrsverhältnisse verbessern, Verkehr verlagern, Verkehr vermeiden, Verkehrsträger vernetzen und Vorreiter sein.

Ein herzlicher Dank geht auch an die Gemeinde Deißlingen. Bürgermeister Ralf Ulbrich hatte die Landespolitiker eingeladen, um ihnen das innovative E-Mobil-Carsharing-Projekt „Spurwechsel“ vorzustellen. Die Nachbargemeinden Niedereschach, Dauchingen und Deißlingen stellen je ein Elektroauto zur Verfügung  – wahlweise mit ehrenamtlichem Fahrdienst oder zum Selbstfahren. Andreas Schwarz, Sprecher des grünen Arbeitskreises Verkehr und Infrastruktur, sagt: „Wir wollen, dass auch die Menschen in ländlichen Räumen bequem ohne Auto leben können. Innovative, nachhaltige Ideen und ein tolles, kommunales Engagement wie beim Projekt Spurwechsel sind typisch für das Tüftlerland Baden-Württemberg. So gelingt es uns Schritt für Schritt, das Ländle zu einer Pionierregion für nachhaltige Mobilität zu machen.“

Das Bürgerhaus Hagestall in Deißlingen bot einen würdigen Rahmen für den Austausch mit den Landräten Dr. Wolf-Rüdiger Michel (Rottweil), Stefan Bär (Tuttlingen) und Sven Hinterseh (Schwarzwald-Baar). Die Zukunft der Gäubahn war zentrales Gesprächsthema. Das künftige Fahrplankonzept mit Doppelstock-IC-Zügen, die auch mit Nahverkehrstickets genutzt werden können, verspricht eine deutliche Verbesserung für die Gäubahn. Leider lässt der zweigleisige Ausbau aber noch weiter auf sich warten. Für diesen ist der Bund verantwortlich. Zwei Gleise gibt es bislang nur zwischen Horb und Neckarhausen. „Die Gäubahn bietet nicht nur die schnellste, sondern auch die schönste Verbindung zwischen Zürich und Stuttgart“, so Andreas Schwarz. „Sie erschließt außerdem einen großen Teil Baden-Württembergs und es ist allerhöchste Zeit, dass der Bund und die Deutsche Bahn AG die Gleise ersetzen, die nach Ende des 2. Weltkriegs zu Reparationszwecken abgebaut wurden. Nur zweigleisig kann die Gäubahn flexibel ihr volles Potenzial entfalten.“

Potenzial, das die Gäubahn auch für mehr Güterverkehr hat. Um mehr Güter von der Straße auf die Schiene zu bringen, braucht es jedoch geeignete Umschlagplätze. Ein solcher kann das in Eutingen im Gäu geplante Container-Terminal sein. „Der Standort am Eutinger Bahnhof eignet sich hervorragend“, erklärt Andreas Schwarz. „Das notwendige Gelände liegt brach und ist so weit von Wohnbebauung entfernt, dass kaum mit Lärmbelastung zu rechnen ist.“ Die grünen Landespolitiker boten dem Eutinger Bürgermeister Armin Jöchle ihre Unterstützung bei der Kommunikation mit den BürgerInnen an. Andreas Schwarz versichert: „Wir sind überzeugt davon, dass sowohl Eutingen als auch die Wirtschaft in der Region südlich der Landeshauptstadt von diesem Container-Terminal profitieren werden.“