Integration

Lede Abal: Aufnahme von Kriegskindern ist "Meilenstein" in der Geschichte der Jesiden

Während der Delegationsreise in die Region Kurdistan-Irak mit Staatsministerin Theresa Schopper und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer hat die grün-geführte Landesregierung einen wichtigen diplomatischen Erfolg verbucht: Bei einem Treffen mit den geistlichen Führern der Jesiden bekannten sich diese zur Aufnahme der von muslimischen IS-Kämpfern gezeugten Kindern. Durch diese Entscheidung können die bisher verstoßenen jesidischen Frauen in Syrien mit ihren Kindern nun zu ihren Angehörigen in den Irak zurückkehren.

Dazu sagt der migrationspolitische Sprecher der Fraktion Grüne, Daniel Lede Abal: "Die geistlichen Führer der Jesiden haben sich für eine große humanitäre Geste entschieden: Der Beschluss, Kinder von IS-Kämpfern in die jesidische Gemeinde aufzunehmen, markiert einen Meilenstein in der Geschichte der jahrhundertealten Glaubensgemeinschaft." 

Umso bemerkenswerter sei, dass der Hohe Jesidische Geistliche Rat keine einfache Entscheidung getroffen habe, auf Abstand zu seiner traditionellen Auslegung von Identität zu gehen, um die zersplitterte Gemeinschaft wieder zu versöhnen. "Dieser Akt der Barmherzigkeit ist ein Sieg der Menschlichkeit über die Gräueltaten, Verschleppungen und Vergewaltigungen der IS-Herrschaft in Syrien und im Irak", sagt Lede Abal.

Dies zeige: Der weltweite Einsatz für Menschenrechte lohne sich - auch auf Landesebene. "Die Entscheidung ist ein Erfolg für die grüne Landesregierung unter Winfried Kretschmann, der sich bereits vor Jahren für das Sonderkontingent für besonders schutzbedürftige Frauen und Kinder aus dem Nordirak eingesetzt hatte, wodurch über 1000 jesidische Frauen und Kinder sicher nach Baden-Württemberg kommen konnten.“