Wissenschaft und Forschung

Grüne stärken Hausarztmedizin und landärztliche Versorgung

Mit einem Landarztförderprogramm setzen wir Impulse für eine flächendeckende landärztliche Versorgung im Land. Dafür schaffen wir 150 neue Medizinstudienplätze an den medizinischen Fakultäten und stärken wir systematisch die Allgemeinmedizin im Studium und: Dazu gehört unter anderem ein neues Neigungsprofil „ländliche Hausarztmedizin“ und eine stärkere Vernetzung mit den akademischen Lehrkrankenhäusern und Lehrpraxen. Dieser Ausbildungsweg steht in Zukunft jedes Jahr allen 1650 Medizinstudienanfängern offen. Denn wir sind überzeugt, dass wir Maßnahmen brauchen, die unmittelbar umsetzbar sind und schnell wirken. Gerade auf dem Land werden Ärzte benötigt, die sich aufgrund ihres Interesses am Fachgebiet und passenden Arbeitsbedingungen für ihren Beruf entscheiden. Wir setzen dabei auf positive Anreize und einen gestärkten Praxisbezug im Studium. Diese Maßnahmen wirken schnell.

Wichtig ist uns zu betonen, dass unser Weg zur Stärkung der landärztlichen Versorgung breit wirkt und allen Medizinstudierenden offen steht.

Unser Landarztförderprogramm startet sofort und besteht aus folgenden zentralen Maßnahmen:

1. Neigungsprofil Ländliche Hausarztmedizin

Die Medizinischen Fakultäten ein modularisiertes Neigungsprofil „Ländliche Hausarztmedizin“ einführen. Es steht allen Studierenden offen und ermöglicht Zugänge zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Studium. Jeder, der im Verlauf des Studiums merkt, dass er Allgemeinmediziner werden will, soll sich einfach und hürdenarm auf diesen Schwerpunkt wechseln können („Landarzt-Track“). Der Fokus auf die ländliche Hausarztmedizin soll dazu motivieren, sich nach dem Studium im ländlichen Raum niederzulassen.

2. Fünf „Regionen für ärztliche Ausbildung“

Um die akademische Ausbildung besser mit den konkreten Anforderungen aus der Versorgungspraxis abzustimmen, werden neue Strukturen der regionalen Vernetzung etabliert: Die medizinischen Fakultäten richten fünf „Regionen für ärztliche Ausbildung“ ein.

3. Mehr Praxis im Medizinstudium

Die Vernetzung mit den akademischen Lehrkrankenhäusern und Lehrpraxen wird weiter gestärkt. Lehrkrankenhäuser im ländlichen Raum sollen zusätzliche Aufgaben in der medizinischen Aus-, Fort- und Weiterbildung übernehmen. Eine Arbeitsgruppe unter Federführung des MWK wird ein Konzept für die Etablierung von „Regionen für ärztliche Ausbildung“ sowie die verstärkte Einbindung besonders leistungsfähiger Kooperationspartner vorlegen.

4. Neue Auswahlverfahren

Durch erweiterte Verfahren zur Auswahl der Studierenden werden die Universitäten künftig Talente identifizieren mit besonderen Potentialen im sozialen und kommunikativen Bereich, die in den bisherigen Verfahren weniger sichtbar waren. Die Medizinischen Fakultäten nutzen die neuen gesetzlichen Vorgaben zur Studierendenauswahl mit Blick auf die verstärkte Profilbildung Allgemeinmedizin / regionale Versorgung und stimmen Auswahl und Profilangebote aufeinander ab.