Mit Spektiv und Fernglas den Gartenvögeln auf der Spur


Claudia Wild

Für seine Mitmachaktion „Stunde der Gartenvögel“ am zweiten Maiwochenende zwischen Vatertag und Muttertag hat der NABU gleich drei prominente Vogelzähler eingeladen. Im Alten Friedhof in Köngen suchten Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz und Köngens Bürgermeister Otto Ruppaner gemeinsam mit NABU-Landeschef Johannes Enssle nach gefiederten Gartenbewohnern. Für das Zählen von Amsel, Rotkehlchen und Buchfink hatten alle drei detektivisches Gespür mitgebracht. Auf die richtige Fährte führten sie Albrecht Gärtner und Günter Erz vom NABU Köngen-Wendlingen. Ausgestattet mit Spektiv und Fernglas erlebten die Vogelzähler häufige, aber auch einige seltene Gartenvögel im und rund um den Park mit altem Baumbestand. 

„Vögel beobachten und zählen ist eine schöne und sinnvolle Art, unsere heimischen Singvögel besser kennenzulernen“, sagte Enssle und bedankte sich beim NABU Köngen-Wendlingen für die Einladung. Auch Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz dankte der sehr engagierten NABU-Gruppe. „Der Insektenschwund und der Rückgang vieler Vogelarten sind Alarmsignale an die Politik. Wir müssen erhalten, was uns erhält – dazu zählen die biologische Vielfalt und die Natur als Lebensraum“, betonte Schwarz. Dafür habe die Landesregierung das 36 Millionen Euro schwere Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt ins Leben gerufen: „Das Programm ist ein Zeichen für die gute Zusammenarbeit in der grün-schwarzen Regierungskoalition“, so Schwarz. Er betonte die Bedeutung von Aktionen wie der Stunde der Gartenvögel als Basis einer fundierten Analyse der Artenentwicklung. 

Noch bis Sonntag ruft der NABU große und kleine Hobbyornithologinnen und -ornithologen zur jährlichen Vogelinventur im Siedlungsgebiet auf. „Die Stunde der Gartenvögel ist eine wichtige Möglichkeit, Menschen im ganzen Land für den Vogelschutz zu begeistern“, erklärte Enssle. Bei ihrer Suche im Alten Friedhof waren die „Promi“-Vogelbestimmer recht erfolgreich. Zwei Stieglitze und ebenso viele Buchfinken sowie Dohle, Grauschnäpper, Zilpzalp und mehrere Meisen – insgesamt 16 Gartenvogelarten – flatterten den Besuchern vors Fernglas beziehungsweise zwitscherten von den hohen Bäumen des kleinen Parks. NABU-Landeschef Enssle hat alle Sichtungen fleißig notiert und kann sie bis 21. Mai telefonisch, per E-Mail oder online an den NABU melden.

Nach der Zählstunde informierten sich Enssle und Schwarz bei Hefezopf und Streuobstsaft über das Streuobstprojekt des NABU Köngen-Wendlingen und den Steinkauzschutz. Das Steinkauzprojekt startete bereits im Jahr 1976 mit einem Steinkauz, den ein Schornsteinfeger bei Vogelschützer Dieter Schneider abgab. Dank hartnäckiger Naturschutzarbeit und vieler installierter Steinkauzröhren kann der NABU jedes Jahr rund 70 Jungvögel beringen.

Anschließend trafen sich Naturschutzinteressierte aus Köngen und Umgebung auf Einladung des Grünen-Fraktionsvorsitzenden Andreas Schwarz in der Zehntscheuer zur Talkrunde „Kommunaler Umwelt- und Naturschutz – damit es wieder mehr summt und zwitschert“. Schwarz sagte zu, die vielen Anregungen und Impulse etwa zur Personalausstattung der Unteren Naturschutzbehörden und zur Situation im Landkreis Esslingen mitzunehmen.