Landtag Baden-Württemberg
18.10.2013

Gesamte Landschaft von Erinnerungsorten im Blick behalten

In der Diskussion um die Gedenkstätten in Baden-Württemberg und das Hotel Silber in Stuttgart steht für die Grünen im Landtag eine auskömmliche finanzielle Ausstattung der gesamten Gedenkstättenlandschaft in Baden-Württemberg im Vordergrund.

"Der interfraktionelle Beschluss zur erneuten Verbesserung der finanziellen Unterstützung der bei der Landeszentrale für politische Bildung angesiedelten Gedenkstättenarbeit war dafür ein wichtiges Zeichen. Dazu passt jetzt auch das aktuelle Konzept für das Hotel Silber", sagte der kulturpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Manfred Kern. 

Die Besonderheit der baden-württembergischen Gedenkstättenlandschaft liege in ihrer Dezentralität und in der Tatsache, dass hier ganz überwiegend ehrenamtliche Arbeit geleistet wird. "Ohne sie wäre unser Land kulturell ärmer. Es würde uns ein bedeutender Baustein fehlen für die außerschulische Werteerziehung in den Fächern Demokratie und Zivilcourage", sagte Kern.

"Das Parlament ist sich seiner Verantwortung für einen sinnvollen Gedenkort im ehemaligen Hotel Silber ebenso bewusst wie der Verantwortung gegenüber den 70 anderen Gedenkstätten im Land", sagte Kern. Der Landtagsabgeordnete ist zuversichtlich, dass die Fachleute in der Lage sind, mit den nun vorgeschlagenen 500 000 Euro pro Jahr auf drei Etagen einen sinnvollen Lern- und Gedenkort im ehemaligen Hotel Silber zu konzipieren.

In die Überlegungen zu einer Gesamtkonzeption für die vielfältige, solidarische und im Wesentlichen ehrenamtlich gepflegte Gedenkstättenlandschaft in Baden-Württemberg sei nicht zuletzt auch das Schloss Kislau in der Nähe von Karlsruhe einzubeziehen. Dort war das erste Konzentrationslager Badens und zwischen 1935 und 1939 das einzige Schutzhaftlager in ganz Südwestdeutschland. Im Schloss soll in Zusammenarbeit mit dem Verein Lernort Zivilcourage ein Lern- und Gedenkort mit einem Schwerpunkt auf dem frühen Widerstand gegen das NS-Regime entstehen.