Landtag Baden-Württemberg
17.10.2013

Das neue Leitbild stärkt Baden-Württembergs Hochschulen

Foto: Stephan Bachmann / pixelio.de
Kai Schmidt-Eisenlohr bezeichnete vor allem die Formulierung einer neuen Leitidee als wichtigen Schritt bei der Novelle des Landeshochschulgesetzes, das als Gesetzentwurf vorgestellt wurde.

"Das neue Landeshochschulgesetz macht unsere Hochschulen zukunftsfest", so der wissenschaftspolitische Sprecher der Fraktion GRÜNE Kai Schmidt-Eisenlohr zur Verabschiedung des Gesetzentwurfs durch das Landeskabinett.

Der nun beginnenden Anhörungsphase waren sowohl seitens des Ministeriums als auch seitens der Fraktion Grüne eine Vielzahl an Fachgesprächen und Diskussionen vorangegangen. Die Neujustierung der Leitungsstrukturen, die Qualitätssicherung in Promotionsverfahren und die Öffnung der Hochschulen im Hinblick auf Gleichstellung, gesellschaftliche Vielfalt und Weiterbildungsstudiengänge standen bei den Grünen dabei im Fokus.

"Hochschulen und Hochschulmitglieder waren von Anfang an in den Novellierungsprozess eingebunden", so Schmidt-Eisenlohr. "Damit setzen wir das im Koalitionsvertrag gegebene Versprechen um, den baden-württembergischen Hochschulen gemeinsam mit den Beteiligten ein neues Leitbild zu geben und die alleinige Ausrichtung auf die 'unternehmerische Hochschule' zu korrigieren. 

Kai Schmidt-Eisenlohr bezeichnete vor allem die Formulierung einer neuen Leitidee als wichtigen Schritt: "Zur Wissenschaftsfreiheit gehört die wissenschaftliche Selbstverwaltung. Die hochschulinternen Beteiligungsrechte werden deutlich ausgebaut, ohne jedoch das Prinzip einer effizienten Steuerung aufzugeben. Damit stärken wir die Hochschulen insgesamt in ihrer Leistungsfähigkeit." 

Besonders am Herzen lag der Fraktion Grüne die in den Entwurf eingeflossene Profilschärfung für die Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW): "Bereits heute sind diese Hochschulen besonders forschungsstark. Der Gesetzentwurf erkennt dieses nun auch offiziell an. Zudem werden die Rechte von Professorinnen und Professoren der HAW verbessert, wenn diese an Promotionsverfahren beteiligt sind. Mit der neuen Möglichkeit zur hochschulartübergreifenden Kooptation können diese Professorinnen und Professoren zudem Promotionsrecht erhalten." 

Als besonders wichtig unterstrich Schmidt-Eisenlohr schließlich die im Bereich des wissenschaftlichen Nachwuchses vorgesehenen Verbesserungen: "Mit Neuregelungen zur Promotion, insbesondere einer verbindlichen Betreuungsvereinbarung und dem neu geschaffenen Promovierenden-Konvent geht Baden-Württemberg voran und setzt Maßstäbe. Das gleiche gilt für die nun vorgesehene Möglichkeit eines echten 'Tenure Track' - also eines qualitätsgesicherten Karriereweges - von der Juniorprofessur zur unbefristeten Professur." Die Bildung des wissenschaftlichen Nachwuchses schließe damit auf zu Formen, die sich im internationalen und vor allem angelsächsischen Raum bewährt haben. 

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