Landtag Baden-Württemberg
30.12.2016

Rösler: Insektensterben gefährdet Biologische Vielfalt

Ohne Wild- und Honigbienen gibt es keine aktiven Bestäuber für Blumen und Obstbäume. Das ökologische Gleichgewicht droht durch das Insektensterben aus den Gleichgewicht zu geraten.

Der kontinuierliche Rückgang von Insekten gefährdet die Biologische Vielfalt in Deutschland. Auf Einladung des naturschutzpolitischen Sprechers der Grünen im Landtag, Dr. Markus Rösler, hatten sich deshalb die naturschutzpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Landtagsfraktionen der Grünen in Fulda getroffen und Maßnahmen zum Schutz der Biologischen Vielfalt diskutiert. "Bei den Insekten ist der Schwund inzwischen dramatisch", so Rösler.

"Der Erhalt der Biologischen Vielfalt (Biodiversität) ist das wichtigste Ziel naturschutzpolitischer Arbeit. Es gibt zahlreiche Gründe dafür, sich für den Erhalt der Arten und unserer Naturräume einzusetzen“, erklärt Rösler. „Jede Art hat ihre Daseinsberechtigung zunächst um ihrer selbst willen, aber auch, weil sie in Wechselwirkungen mit anderen Arten steht. Es geht zudem um den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen. Denn auch wir Menschen profitieren von der Natur, beim Naturerleben, in der Medizin, Pharmazie und der Bionik bis hin zur Verwendung von Pflanzenfasern bei Autos. Zahlreiche Amphibien und Vogelarten sind von Insekten als Hauptnahrungsquelle abhängig, seien dies Schmetterlinge und deren Raupen, Hummeln, Bienen, Schwebfliegen oder Käfer. "Wenn diese fehlen, geraten ökologische Zusammenhänge ins Wanken", warnen die grünen Naturschutzpolitiker.

 Anreize für Schutz der Artenvielfalt stärken

„Wir sind insbesondere für gefährdete Arten verantwortlich wie Feldhasen und  Rebhuhn, deren natürliches Nahrungsangebot, etwa Insekten oder artenreiche Kräuter, immer weiter verdrängt werden. Besonders in landwirtschaftlich geprägten Regionen müssen die Anreize für den Schutz der Artenvielfalt verstärkt werden.  Mögliche Maßnahmen sind beispielsweise Blühstreifen oder Pufferzonen an Gewässern, die dazu führen, dass Pestizide und Stickstoffeinträge in den Boden stärker reduziert werden,“ so Rösler.

Eine Studie (http://gruenlink.de/1b5a) aus Nordrhein-Westfalen, die an insgesamt 88 Standorten regelmäßig fliegende Insekten in Fallen gesammelt hat, zeige, dass im Jahr 1995 noch 1,6 Kilogramm Biomasse aus den Fallen gesammelt werden konnten. 2014 seien es nur noch maximal 300 Gramm gewesen. Dies stellt einen Verlust von 80 Prozent dar. „Ohne Fluginsekten fehlt Vögeln wie Mauerseglern, Schwalben und Braunkehlchen die lebenswichtige Nahrung, und es gibt ohne Wild- und Honigbienen keine aktiven Bestäuber für Blumen und Obstbäume“, so die Naturschutzpolitikerinnen und -politiker.

Die Naturschutzpolitiker fordern daher:

1) Pestizidreduktionsprogramme in Bund und Ländern

2) Vorbildfunktion von Bund, Ländern und Kommunen mit der pestizidfreien Bewirtschaftung und Verpachtung öffentlicher Grundstücke und

3) In den Landesnaturschutzgesetzen geregelter Verzicht auf synthetische Pestizide in Naturschutzgebieten, FFH-Gebieten und geschützten Biotopen

 

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Ihr Kontakt

Dr. Markus Rösler

Naturschutzpolitischer Sprecher

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