Landtag Baden-Württemberg
14.01.2014

Wissen intelligent nutzen

Foto:olga meier-sander/pixelio.de
Wissenschaft und Forschung sind ein Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg.

Wissenschaft und Forschung sind ein Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg. Den Wissenschaftsstandort Baden-Württemberg beleuchtet Prof. Mario Schmidt, Leiter des Institus für Industrial Ecology an der Hochschule Pforzheim.

Wo sehen Sie die Stärken von Baden-Württembergals Forschungsstandort?

Prof. Mario Schmidt: Baden-Württemberg hat exzellente Universitäten, zahlreiche praxisnahe Hochschulen, mittelständische Unternehmen mit großer Innovationskraft und viele Institute, wie die Fraunhofer-Institute oder die unabhängigen Umweltinstitute, wie das Öko-Institut Freiburg und das IFEU-Institut Heidelberg. Aus dieser Vielfalt müsste man mehr Synergien schöpfen. Hier sehe ich eine Aufgabe des Landes, zu verbinden und zu vermitteln.

Welche Bedeutung haben Wissenschaft und Forschung generell für das Land?

Prof. Mario Schmidt: Ich persönlich halte die produzierende Industrie mit umweltfreundlichen und effizienten Produkten und Produktionsverfahren für unverzichtbar. In unserer modernen Gesellschaft brauchen wir auch die Industrie für ein ökologischeres Wirtschaften. Beispiel Kreislaufwirtschaft: Bei über 60 Metallen, darunter auch die Seltenen Erden, liegen die Recyclingraten beiunter einem Prozent. Wenn wir die wiederverwerten und im Kreislauf nutzen wollen, dann bedeutet das höchste Anforderungen an Sammelinfrastrukturen, Recycling- und Verarbeitungsverfahren, aber auch an das Wissen, wie man Produkte ressourcenschonend und recyclinggerecht herstellt und später als Konsument damit umgeht.

Welche Rolle spielt die Forschung in Baden-Württemberg für die Energiewende?

Prof. Mario Schmidt: Energiewende heißt nicht nur die geeignete Technik zur Nutzung regenerativer Energien wie Solar- oder Windkraftanlagen. Wir müssen auch sparsamer mit Energie umgehen:mit effizienten Maschinen und Anlagen, gerade auch für die Industrie. Da sind wir heute schon teilweise sehr gut. Das ist eine Chance für unsere exportorientierte Wirtschaft und für die Umwelt zugleich.

Welche Projekte des Instituts für Industrial Ecology haben Modellcharakter für andere Bundesländer?

Prof. Mario Schmidt: Einer unserer Schwerpunkte ist die betriebliche Ressourceneffizienz. Die Einsparpotenziale sind beachtlich und helfen sowohl ökonomisch als auch ökologisch. Baden-Württemberg engagiert sich hier besonders, zum Beispiel durch den Kongress der Landesregierung "Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft" im kommenden November.

Zum Institut

Das Institut für Industrial Ecology der Hochschule Pforzheim beschäftigt sich mit dem stofflichen und energetischen Metabolismus unserer Gesellschaft. Schwerpunktthemen sind betriebliche Ressourceneffizienz, Ökobilanzen und Carbon Footprints (CO2-Fußabdrücke). Mario Schmidt hat seit 1999 die Professur für ökologische Unternehmensführung inne und leitet seit 2011 den neuen Studiengang „Ressourceneffizienz-Management“. Weitere Infos unter: http://umwelt.hs-pforzheim.de

Foto:olga meier-sander/pixelio.de
Wissenschaft und Forschung sind ein Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg.

Unsere Position

Bildung ist der Zugang zur Wissensgesellschaft

und diesen wollen wir gerade jenseits der Ballungszentren erleichtern. Zu einer funktionierenden Infrastruktur gehören erreichbare und gute Schulen sowie Ausbildungseinrichtungen. Gute Bildung bedeutet lebenslanges Lernen, daher bauen wir die Kleinkindbetreuung aus, ermöglichen auch weiterhin alle Schulabschlüsse in der Fläche, erhöhen die Anzahl an Studienplätzen und verbessern die Weiterbildungsangebote. Das sichert den Fachkräftebedar fvon Morgen und begleitet den demografischen Wandel.

Infobox BILDUNG

Gebildetes Baden-Württemberg

9 Universitäten, davon 3 der insgesamt 11 Eliteuniversitäten in Deutschland – Heidelberg ,Konstanz, Tübingen

6 Pädagogische Hochschulen

23 Hochschulen für Angewandte Wissenschaften

8 Kunst- und Musikhochschulen

Duale Hochschule Baden-Württemberg mit 8 Standorten

Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg

Filmakademie Baden-Württemberg

Popakademie Baden-Württemberg

26 nichtstaatliche Hochschulen mit staatlicher Anerkennung

Schlaues Baden-Württemberg

Mit rund 37 % aller Hochschulabsolventinnen und-absolventen in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik,Naturwissenschaften, Technik) nimmt Baden-Württembergeinen Spitzenplatz ein.

Viel Neues im Land

Von Erfinderinnen und Erfindern aus Baden-Württemberg wurden 5 mal so viele Patente beim Europäischen Patentamt angemeldet wie im Durchschnitt aller EU-Länder (bezogen auf 1 Mio. Einwohner).

Schule macht Schule

Ab dem Schuljahr 2013/14 gehen in Baden-Württemberg weitere 87 Gemeinschaftsschulen an den Start. Damit bietetdas Land ab dem kommenden JahrGemeinschaftsschulen an129 Standorten.

Quellen: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg;Zukunft Baden-Württemberg Indikatoren im Vergleich

Ihr Kontakt

Petra Häffner

Sprecherin für Polizeipolitik und Sportpolitik

Manfred Kern

Kulturpolitischer Sprecher
Sprecher für kulturelle Bildung

Daniel Lede Abal

Stellvertretender Fraktionsvorsitzender
Sprecher für Migration und Integration

Alexander Salomon

AK-Vorsitz Wissenschaft, Forschung, Kunst
Sprecher für Medien und Netzpolitik
Sprecher für Wissenschaft und Hochschule

Abschlusskongress: "Im GRÜNEN daheim"

© Janusz Klosowski / Pixelio.de

Die Regionalkonferenzen in Hechingen, Bad Saulgau, Bühl, Mosbach und Schönau waren ein Erfolg. Auf dem Kongress "Im GRÜNEN daheim" wurden die Ergebnisse zusammengetragen und nach Konzepten gesucht, um die Ländlichen Räume zu stärken. Zum Bericht