Landtag Baden-Württemberg

Jürgen Walter: „Einblick in das Leben und Werk Kafkas sichern“

"Eine solche Gelegenheit muss genutzt werden, es wäre geradezu kafkaesk, wenn bislang unentdeckte und unveröffentlichte Schriften demnächst in irgendwelchen privaten Sammlungen verschwinden oder einzeln verkauft würden", so der kulturpolitische Sprecher der Grünen im Landtag Jürgen Walter dazu, dass das Literaturarchiv Marbach auf den Ankauf der Briefwechsel Franz Kafkas mit seiner Schwester Ottilie verzichten will. Franz Kafkas Werke gehören heute unbestritten zum Kanon der Weltliteratur, das Literaturarchiv Marbach hatte vor kurzem erst beim Ankauf des Suhrkamp-Archivs für Schlagzeilen gesorgt. "Wenn das Literaturarchiv den Suhrkamp-Nachlass kauft, warum dann nicht auch die Kafka-Briefe?"  fragt Walter. Die Erben Kafkas hatten mit dem Literaturarchiv verhandelt, doch die sahen sich außerstande, die Briefe zu erwerben. "Das Konvolut "Briefe an Ottla" bietet einen einmaligen Einblick in das Leben des Schriftstellers, sowohl privates Beiläufiges als auch literarisch Zeitgenössisches, seine Schwester war zeitlebens seine engste Vertraute. "Das Land Baden-Württemberg muss jetzt alle Schritte unternehmen, um die Briefe, Postkarten und Bildpostkarten für die Öffentlichkeit zu sichern", so Jürgen Walter. In einem Schreiben an Wissenschaftsminister Frankenberg schlägt er den Kauf der Handschriften durch die Landesstiftung Baden-Württemberg vor. "Damit wäre der Etat des Literaturarchivs nicht über Gebühr belastet", so Walter, "die knappen Kassen der öffentlichen Hand dürfen nicht immer wieder zu Lasten der Kultur gehen."