Landtag Baden-Württemberg

Franz Untersteller: „Die Belege für die ökonomische Fragwürdigkeit des EnBW-Deals werden langsam erdrückend“

„Einen weiteren Beleg für die ökonomische Fragwürdigkeit des von Ministerpräsident Mappus eingefädelten EnBW-Deals“ nennt der energiepolitische Sprecher der Grünen im Landtag Franz Untersteller die heute vorgestellte Studie des Saarbrücker Energiewissenschaftlers Prof. Dr. Uwe Leprich. Die Expertise des renommierten Energiewirtschaftsexperten kommt zu dem Schluss, dass das EnBW-Geschäftsmodell mit seiner einseitigen Ausrichtung des Kraftwerksparks auf einen Atomanteil von bislang über 50% auch ökonomisch ein erhebliches Risiko darstellt. Zu einem ähnlichen Ergebnis war eine von den Grünen im Landtag kürzlich vorgestellte Analyse der Berliner Beratungsgesellschaft LBD gekommen. Im Hinblick auf die grauenvolle Atomkatastrophe von Fukushima drohe sich die ökonomische Situation des Unternehmens – so Untersteller – in den nächsten Jahren zusätzlich zu verschlechtern.
Die gestern verkündete Stilllegung von Neckarwestheim I und die ebenfalls dauerhaft notwendige Abschaltung von Philippsburg I werde nach seinen Berechnungen pro Jahr zu Umsatzeinbußen von mindestens 550 bis 600 Mio. Euro für das Unternehmen zur Folge haben, so Untersteller. Damit werde es jetzt immer fraglicher, ob die EnBW-Dividenden in den kommenden Jahren noch ausreichen, um die für die Anleihen jährlich fälligen Zinsen in Höhe von rund 109 Mio. € zu begleichen. Untersteller: „Der Kauf der EnBW-Anteile droht uns angesichts einer über Jahre hinweg verfehlten Geschäftspolitik damit noch schneller als befürchtet auf die Füße zu fallen.“