Landtag Baden-Württemberg

Eugen Schlachter: „Ich schätze den Wertverlust des EnBW-Aktienpakets auf 500 Millionen Euro“

"Angesichts der deutlichen Kursverluste der deutschen Energieversorger zeige sich erneut, dass die wirtschaftlichen Risiken der EnBW-Beteiligung nicht von der Opposition erfunden waren", so der finanzpolitische Sprecher der Landtagsgrünen, Eugen Schlachter.
Schlachter erinnerte daran, dass er die mittelfristigen Risiken bei der Wertentwicklung der neuen Landesbeteiligung bei ca. 600 Millionen Euro benannt habe. Schon vor der Atomkatastrophe in Japan sei das Kursziel der EnBW-Aktie bei 34 Euro gelegen, statt der 41,50 Euro, zu denen Ministerpräsident Mappus gekauft habe. "Die schrecklichen Ereignisse in Japan haben die Stromversorger-Aktien weiter unter Druck gebracht; die Kurse von E.ON und RWE sind eingebrochen. Daran gemessen schätze ich den aktuellen Wertverlust des EnBW-Aktienpakets des Landes auf 500 Millionen Euro", erläuterte Schlachter.
EnBW sei in der Börsennotierung nur deswegen stabil, weil das Übernahmeangebot des Landes zu 41,50 noch bis zum 6.April gelte. "Danach dokumentiert sich der schon eingetretene Wertverlust", so Schlachter.  Ebenso wie die Kurserwartungen müsse, so Schlachter, auch die EnBW-Gewinnprognose "deutlich revidiert" werden. Schlachter: "Mir liegen Prognosen von LBBW-Research vor, die - vor Japan - einen Sinkflug des Gewinns pro Aktie von heute 3,97 auf 2,67 Euro bis 2013 (siehe Anlagen) voraussagen. "Diese Talfahrt wird sich nun deutlich beschleunigen - da wird nach den Finanzierungskosten nichts mehr übrigbleiben", erwartet Schlachter. Jetzt dämmere es sogar Herrn Rülke von der FDP, dass die EnBW Anteile nicht verkäuflich sind.
Aus der Aussage des CDU-Fraktionsvorsitzenden in der Landtagsdebatte vom 15.März,  'die Nettogewinnen der laufenden Beteiligung des Landes an der EnBW dafür einzusetzen, die erneuerbaren Energien zu fördern und auszubauen' werde wohl nichts werden, so Schlachter, da es keine Nettogewinne geben werde. "Was Herr Hauk der Öffentlichkeit vorgaukelt, ist ein weiterer Beleg für die Art und Weise, wie in der Landesregierung gearbeitet wird. Da sind keine soliden Kaufleute am Werk, sondern finanzpolitische Gaukler und Illusionisten, die das Geld der Steuerzahler verzocken und dann noch leere Versprechungen machen."