Landtag Baden-Württemberg
Pressemitteilung | 27.09.2012

Grüne fordern mehr Zeit und Klarheit von Seiten des SWR

"Es wäre ein großer, unwiederbringlicher Verlust für den SWR und Baden-Württemberg, wenn mögliche Konzepte zum Erhalt beider baden-württembergischer SWR-Orchester daran scheitern würden, dass das zeitliche Korsett zu eng geschnürt war", erklärten Alexander Salomon, medienpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion und Mitglied des Rundfunkrats anlässlich der Sitzung des SWR-Rundfunkrats des SWR am Freitag in Mainz und Charlotte Schneidewind-Hartnagel, Rundfunkratsmitglied und stellvertretende Fraktionsvorsitzende

"Der hohe Zeitdruck für die Erarbeitung von Alternativmodellen an den beiden Standorten war von Seiten des Rundfunkrats gewollt und zwingt zu Entscheidungen. Dieser Umstand darf aber jetzt sichtbare Alternativmodelle nicht auf den letzten Metern abwürgen".

Salomon weiter: "Die jetzt vorliegende Beschlussvorlage für den Rundfunkrat wurde aufgrund grüner Intervention hin erweitert. Damit wird die Tür für einen Erhalt beider Orchester noch nicht ganz zugeschlagen – bei wesentlichen Änderungen der Geschäftsgrundlage kann der Rundfunkrat dieses Thema erneut auf seine Agenda setzen."

Die beiden grünen Rundfunkratsmitglieder sehen die Maßnahme als einen Baustein zur Vertrauensbildung für potentielle Unterstützer der Orchester an. Als möglichen weiteren Baustein schlagen sie vor, die Entscheidung über die Orchesterfusion bis Ende des Jahres zeitlich zu strecken

"Damit hätten die Initiativen und die Politik an den Standorten eine reelle Chance, in der verbleibenden Zeit alternative Lösungen zum Erhalt beider Orchester zu entwickeln und hierfür zu werben. Zugleich würde ein erweitertes Zeitfenster dem SWR die Möglichkeit eröffnen, die in den vergangen Wochen und Monaten aufgeworfenen Fragen in Bezug auf die Klangkörper mit aller notwendigen Transparenz zu erläutern und so Vertrauen zu schaffen."

Insgesamt betrachtet, hält Salomon Einsparungen beim SWR für dringend notwendig. Es sei allerdings bedauerlich, dass das Sparprogramm des SWR in Höhe von 166 Millionen Euro gerade in dem Punkt Klangkörper so detailliert wie in keinem anderen Punkt ausfalle. Im novellierten Staatsvertrag sieht er die Chance, dem SWR die notwendige Flexibilität zu geben, um auf strukturelle Anforderungen zu reagieren.

Salomon: "Ich sehe erhebliche Einsparpotenziale in zu dichten Leitungs- und Verwaltungsstrukturen, auch im Vergleich zu anderen Landesrundfunkanstalten. Hier wurden in der Vergangenheit Ressourcen gebunden, die nun für die Gestaltung von Programm- und Kulturangeboten fehlen."

Foto "Geige": Axel Hoffmann / pixelio.de

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