Landtag Baden-Württemberg
Pressemitteilung | 29.06.2012

Gasfördertechnik Fracking ist äußerst bedenklich – vor allem für den Bodensee

"Fracking ist eine äußerst bedenkliche Gasfördertechnik, die Landschaft zerstört und dem Trinkwasser schadet", sagt Alexander Schoch, energiepolitischer Sprecher der Fraktion GRÜNE im Landtag.

Deshalb hat der Landtag von Baden-Württemberg gestern (Donnerstag, 28. Juni) auf Initiative der Fraktionen GRÜNE und SPD die Forderung nach einem bundesweiten Verbot beschlossen. Das geforderte Moratorium solle mindestens so lange gelten, bis bestehende Gesetzeslücken in der Bundesgesetzgebung geschlossen sind.

Auch am Bodensee machen Förderfirmen Voruntersuchungen zur Anwendung der umstrittenen Technik. "Es kann nicht sein, dass dieses riesige Trinkwasser-Reservoir der baden-württembergischen Bevölkerung wegen Gesetzeslücken beim Bundes-Bergrecht unkalkulierbaren Risiken ausgesetzt wird", sagt Alexander Schoch. Das Moratorium soll eine gründliche wissenschaftliche Prüfung der Risiken ermöglichen. Sonst übliche Umweltverträglichkeitsprüfungen greifen bei dem Verfahren bisher nicht.

Die Fraktionen von Grüne und SPD begrüßen, dass CDU und FDP das bundesweite Moratorium im Landtag unterstützt haben. Auch die Internationale Bodenseekonferenz hat sich schon gegen die Fördermethode gewandt. Die Grünen fordern nun die Landtagsfraktionen von CDU und der FDP auf, dabei zu helfen, der Untätigkeit der Bundesregierung ein Ende zu setzen. Der Bund solle es anderen europäischen Staaten wie Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Bulgarien oder Teilen der Schweiz gleichtun und Fracking verbieten – auch um den Bodensee als einzigartiges Ökosystem zu schützen.

Was ist Fracking?

Bei der Fracking-Methode werden Millionen Liter von Wasser in unzähligen Tiefenbohrungen verpresst, um in Gesteinsschichten gebundenes Gas zu lösen und fördern zu können. Das Problem: Dem verpressten Wasser muss ein Chemie-Cocktail zugesetzt werden, der zum Großteil im Untergrund verbleibt in das Grundwasser gelangen kann.

Dass diese teure Gasfördertechnik überhaupt wirtschaftlich wird, liegt an den knapper werdender Ressourcen Öl und Erdgas. Weil die Energiepreise steigen, lohnt sich die Förderung jetzt wirtschaftlich. Das in Deutschland vermutete, per Fracking förderbare Gas könnte aber allenfalls zwei bis drei Jahre lang die zurückgehenden, selbst geförderten Erdgasmengen ausgleichen.

Schoch berichtet, dass in den USA, unwirtliche Landschaften zurückbleiben, da alle zwei bis drei Kilometer gebohrt werden muss. Außerdem bleibt Abraum zurück und für verseuchtes Restwasser müssen große Teiche angelegt werden. Trinkwasser würde vergiftet und die Menschen würden krank, sagt Schoch. Es wird von Fällen berichtet, in denen sich sogar gezapftes Trinkwasser wegen des hohen Gasgehalts entzündet hätte.

Foto "Bodensee": Manfred Wehder  / pixelio.de

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