Landtag Baden-Württemberg

Theresia Bauer: Sofort Gegensteuern!

Nach Auffassung der hochschulpolitischen Sprecherin der Grünen im Landtag Theresia Bauer sind die ersten Ergebnisse des ‚Beirats zum Monitoring der Studiengebühren’ höchst alarmierend. „Der Rückgang der Studienanfänger  an den Unis mit Studiengebühren und die Zunahme der Studienanfänger an den Fachhochschulen und Berufsakademien zeigt in der Tendenz eindeutig, dass Studierfähige und Studierwillige hierzulande letztlich von einem Studium abgehalten werden. Dies kann sich unser Land nicht leisten, ich fordere die Landesregierung auf, sofort Gegenmaßnahmen zu ergreifen.“
Bauer sieht sich durch den Bericht in ihrer seit Monaten vorgetragenen Befürchtung bestätigt, dass trotz Anstiegs der Zahl der Studienberechtigten die Zahl der Studienanfänger zurückgeht. Erkennbar und besonders bedenklich sei die soziale Selektion: Kinder aus Nicht-Akademikerfamilien nehmen deutlich weniger ein Studium auf, während Abiturienten aus Akademikerfamilien weiterhin ein Studium ergreifen. „Wieweit die Studiengebühren dafür verantwortlich gemacht werden können, konnte auch der Beirat letztlich nicht sicher sagen. Wahrscheinlich ist aber, dass hier zwei Faktoren zusammenwirken: Die Verknappung der Studienplätze durch die Universitäten selbst durch NCs, und die soziale Belastung durch die Studiengebühren. Gerade der Rückgang bei den bildungsfernen Schichten  an den Studienanfängern ist deshalb höchst bedenklich, eine Tendenz, die bereits beim Abitur seit Jahren nachweisbar ist. Eklatant ist diese soziale Auslese bei Kindern mit Migrationshintergrund – man muss schon sehr durchsetzungsfähig sein, wenn man als Kind von Immigranten an der Uni landen will.“ Bauer forderte ferner, dass die Studienfinanzierung nachfrageorientiert sein müsse: „Das Geld folgt den Studierenden, sonst handeln die Unis immer mehr nach dem Motto ‚Klein aber fein’. In einem Land in dem Bildung die einzige Ressource ist, wäre dies die falsche Richtung."